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Freitag, 27.04.2018

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Von: D. Messmer & D. Dobener, 09.07.2013, 18.45 Uhr (Kirchenkreis Marburg)

Finnische Praktikantinnen/Praktikanten in der Kita Graf-von-Stauffenberg-Straße


Finnischer Praktikant bei der Arbeit (Foto: D. Dobener)

Seit 2010 findet ein regelmäßiger Schüleraustausch im Rahmen des Leonardo-Mobilitäts-Projektes mit finnischen Partnern, dem Health Institut Tampere, statt.

Das Projekt wurde durch die Käthe-Kollwitz-Schule initiiert, um angehenden Erziehern/innen die Möglichkeit zu bieten, ein berufliches Praktikum im Ausland zu absolvieren.

In diesem Kontext nimmt die Evang. Kindertagesstätte Graf-von-Stauffenberg jedes Jahr eine oder einen finnischen Praktikantin – Praktikanten auf, um ihnen einen Einblick in die pädagogische Arbeitsweise in einer deutschen Kindertagesstätte zu geben.

Wir haben ein kurzes Interview mit Topias geführt:

Dobener: Wie alt bist du, woher kommst du, wie lange bist du hier?

Topias: Ich bin 17 Jahre alt, komme aus Tampere in Finnland und bin vom 1. April bis zum 3.Mai hier.

Dobener: Wie war das Bewerbungsverfahren?

Topias: Ich habe einen Brief an die Schule geschrieben, dass ich gerne ein Auslandspraktikum machen möchte. Die Schule stellt jedes Jahr Praktikumsplätze im Ausland zur Verfügung. Ich wollte gerne nach Großbritannien, doch die Schule hat mich für Deutschland ausgewählt und es war gut so.

Dobener: Wie wurdest Du auf das Praktikum vorbereitet?

Topias: 2 Tage vor dem Flug hatten alle Studenten, die ein Auslandspraktikum machen, eine zweitägige Einführung über Sprache und Kultur der jeweiligen Länder.

Dobener: Gibt es vor einem solchen Auslandspraktikum die Möglichkeit, vorher deutsch zu lernen?

Topias: An der Schule, wo ich studiere, gibt es nicht die Möglichkeit, deutsch zu studieren, aber man kann privat einen Kurs an der Abendschule zu belegen.

Dobener: Was magst Du hier bei uns im Kindergarten?

Topias: Die Kinder hier sind sehr sozial, fröhlich und aktiv (viel Adrenalin).

Dobener: Was magst Du hier an der Stadt Marburg?

Tobias: Die Natur ist sehr schön und die Lahn ist besonders schön.

Dobener: Was magst Du hier in Deutschland?

Tobias: Döner, Bier, die guten Autos (besonders BMW und Mercedes) und das Wetter ist besser als in Finnland.

Dobener: Was magst Du nicht hier bei uns im Kindergarten?

Tobias: Ich verstehe nicht, warum ihr freiwillig so viel Blubberwasser (Wasser mit Kohlensäure) trinkt. Ihr habt doch gutes Wasser aus der Leitung.

Dobener: Was magst Du nicht hier in der Stadt Marburg?

Tobias: Hier gibt es keine großen Restaurants wie in Finnland und generell nicht genügend Fleischauswahl.

Dobener: Was magst Du nicht hier in Deutschland?

Tobias: Viele verstehen kein Englisch und manche geben mir das Gefühl, ich sei dumm, weil ich kein deutsch spreche. Die Busse hier haben zu wenig Sitzplätze.

Dobener: Was hast Du hier gelernt, was nimmst Du für Dich mit?

Tobias: Ein paar deutsche Wörter, sehr viel Selbständigkeit, Methoden, auf die Kinder einzugehen. Ich habe die Persönlichkeiten der Erzieher und Kinder ein wenig kennen gelernt und weiß nun, was man in einem Kindergarten alles mit den Kindern machen kann Ich habe einige deutsche Gerichte kennen gelernt und wie man sie isst (z.B. Döner)

Dobener: Welche Unterstützung wünscht Du dir für die nächsten finnischen Praktikanten?

Tobias: 1. Dass sie im Voraus einfache deutsche Wörter lernen, um schneller Kontakt aufbauen zu können. 2. Mehr Hilfe/Unterstützung von der finnischen Schule, sich in Deutschland zu Recht zu finden.

 

(Verfasser des Artikels: D. Messmer & D. Dobener)