Der Marburger Kerner - eine integrative Zukunftsperspektive

Der Gesamtverband der evangelischen Kirchengemeinden Marburgs hat sich entschlossen, den Kerner als sozialen und interkulturellen Treffpunkt und Veranstaltungsort zur Verfügung zu stellen.

Ein historisch bedeutendes und wichtiges Gebäude der Stadt Marburg ist der „Kerner" am Lutherischen Kirchhof in der Oberstadt. Im 13./14. Jahrhundert ursprünglich als Kapelle und Beinhaus in Stein (!) errichtet, ist der Name „Kerner“ bis heute geblieben. Vor dem Bau des heutigen Rathaus am Marktplatz war der Kerner über 100 Jahre Sitz der Ratsherren, Ort für die Armenspeisung und blieb Versammlungsort und in städtischer Nutzung als Zeughaus bis er im 17. Jahrhundert von der Lutherischen Kirchengemeinde vollständig übernommen wird.

Der Gesamtverband der evangelischen Kirchengemeinden Marburgs hat sich entschlossen, den Kerner als sozialen und interkulturellen Treffpunkt und Veranstaltungsort zur Verfügung zu stellen. Im Herzen der Stadt bietet sich hier die Chance, Begegnungen zwischen „alteingesessene“ und „neu-angekommene“ Menschen zu ermöglichen. Ziel ist es, einen Ort zu schaffen, an dem sich alle Beteiligten auf Augenhöhe begegnen und gemeinsam zur friedlichen Entwicklung der Gesellschaft beitragen können.

Schon jetzt wird der Kerner in diesem Sinne genutzt: unter dem Motto „Marburger Gespräche zu Migration und gesellschaftlicher Gestaltung“ finden hier seit 2016 regelmäßig Vorträge und Workshops statt. Ein interkulturelles Frauenfrühstück konnte mit der Ortsgruppe von „Über-den-Tellerrand-kochen“ etabliert werden. In weiteren Kooperationen werden Erzähl-Cafés und Begegnungsabende angeboten.

Als einer der nächsten Schritte ist die Einrichtung eines Begegnungscafés im Untergeschoss des Kerners geplant. Ein bio-regio-fairer Mittagtisch und Kaffee und Kuchen am Nachmittag sollen zum Genießen, Verweilen und zu Gesprächen einladen. In den drei Obergeschossen sollen Räumlichkeiten und Arbeitsplätze geschaffen werden für Initiativen und Beratungsstellen. Dazu können beispielsweise Workshop-Räume und offene Büros für Initiativen der Asyl- und Integrationsberatung und -begleitung gehören und Büros für politische Vertretungen, wie den Ausländerbeirat und die Ombutspersonen.

Zur weiteren Ausarbeitung der Konzeption hat sich ein "Kerner-Netzwerk" gebildet. Das Netzwerk umfasst Gruppen und Initiativen aus der Zivilgesellschaft, die zum Thema Migration und gesellschaftliche Teilhabe arbeiten und ist für Beteiligung offen. Der Gesamtverband der evangelischen Kirchengemeinden Marburgs unterstützt die Anregungen des Netzwerks und hat die Überlegungen für einen interkulturellen Treffpunkt am Kirchhof in seine Planungen einbezogen. Alle Beteiligten sind zuversichtlich, dass sich der Kerner zu einem neuen, gut sichtbaren und innovativen Begegnungsort und Veranstaltungszentrum entwickeln wird. 

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